Mit heutigen Augen gelesen, handelt es sich bei diesem vor fast einem Vierteljahrhundert zum ersten Mal erschienenen Roman um die Geschichte eines neunjährigen Jungen vom Dorf, der von seiner Medienfaszination überwältigt wird. Seine Eltern besitzen keinen Fernseher, weil sie fürchten, dass ihr Sohn von ihm verdorben wird – stattdessen soll er lesen! Doch der Junge streunt durch das Dorf und verschafft sich Mal um Mal Einlass bei Fernsehgastgebern, um sich in ihren Wohnstuben seinen ersehnten Genuss zu verschaffen, stets begleitet von einem schlechten Gewissen, zumal er seine Eltern auf Schritt und Tritt belügt. Immer stärker ist er mit der Zeit der Wucht der Fernsehwelt und ihrer Bilder ausgeliefert, die ihn bis tief hinein in psychische Reaktionsmuster prägen und bestimmen. Und selbst der Blick auf seine Familie sowie die soziale Umwelt seines Dorfs wird von der Macht des neuen Mediums allmählich verändert, ja deformiert. So gerät der Junge immer tiefer hinein in einen Konflikt, in dem er lernen muss, aus den technischen Errungenschaften der Gegenwart seinen Nutzen zu ziehen und Schaden von sich abzuwenden. "Das Fernsehen als Metapher der Moderne und Inbegriff kindlicher Sehnsucht. Ein wichtiges Buch, eine universelle Geschichte – und sehr, sehr schön erzählt, voller Sprachbrillanz", urteilte das Deutschlandradio bei seinem Erscheinen. Und der Spiegel lobte mit den Worten: "Ein feines, zartes Buch. Eine sehr lebendige, sensible Skizze aus den Kinder- und Pubertätsjahren der Republik."
Die Lesung findet in der vhs, im Vortragsraum UG 1 (Untergeschoss) statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

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