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Wilhelm Hauffs Novelle "Jud Süß" (1827): vom Stuttgarter Staats- und Gesellschaftsskandal zum Meilenstein des Antisemitismus in Deutschland


Dieser Vortrag geht nicht literaturwissenschaftlich, sondern historisch zu Werke. Er will zeigen, unter welchen zeitlichen und gesellschaftlichen Umständen der Dichter Wilhelm Hauff den Fall Joseph Süß-Oppenheimer neunzig Jahre, nachdem er sich ereignet hat, dem Vergessen entreißt, um die Gegenwart damit politisch zu beeinflussen. Die Gegenwart, das war die noch junge Judenemanzipation, die Hauff sowie die Gesellschaftsklasse, der er entstammt, zwar nicht generell ablehnen, die aber nicht allen Juden zugute kommen soll. Auszugrenzen sind jene, die exemplarisch der „Jud Süß“ verkörpert, er wird zum Feindbild des nicht-integrierbaren, weil bürgerlich nicht verbesserbaren Juden, den es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt. In Hauffs Bild von ihm betritt der Antisemitismus eine neue Stufe der Dämonisierung, des Hasses und der Abwehr – zum Rassenantisemitismus ist es von hier aus nicht mehr weit, und so konnte es kein Zufall sein, daß die Nazis sich des „Jud Süß“ für ihre Propagandazwecke mit dem Ziel der Judenvernichtung nur zu gern bedienten.    


Dr. Kurt Oesterle, Jg. 1955, Schriftsteller in Tübingen, zuletzt erschien das kommentierte Lesebuch gegen Antisemitismus "Eine Stunde ein Jude".


Eintritt bezahlbar an der Abendkasse.


Status: Kurs abgeschlossen Kurs abgeschlossen

Kursnr.: 241201002

Beginn: Di., 05.03.2024 , 19:00 - 20:30 Uhr

Dauer: 1 Abend

Kursort: Volkshochschule Nagold: UG1

Gebühr: 5,00 € (inkl. MwSt.)


Termine zum dieser Kurs
Datum Uhrzeit Ort
Datum:
05.03.2024
Uhrzeit:
19:00 - 20:30 Uhr
Wo:
Bahnhofstraße 41, Volkshochschule Nagold: UG1



Abgelaufen


Volkshochschule Oberes Nagoldtal

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